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27.09.2026

27. Sept.
2 Min. Lesezeit

Guten Morgen,


in diesen Tagen beginnen bereits die Vorbereitungen für den Haushaltsplan der Stadt Bacharach für das Jahr 2027. Wir verfolgen hier das Prinzip „von unten nach oben“: Wir planen also zuerst die einzelnen Positionen aus den einzelnen Funktionen heraus und fassen diese dann zu einem Gesamtbild zusammen, welches wir auf Wirtschaftlichkeit (Rentabilität) und Zahlungsfähigkeit (Liquidität) prüfen. Das hat den Vorteil, dass wir uns zu Beginn des Prozesses nicht bereits von finanziellen Begrenzungen leiten lassen (ohne dabei unrealistisch zu werden).

Im ersten Schritt sammeln wir somit bis Ende September die angemeldeten Bedarfe von Ortsbeiräten (für ihre Stadtteile), Beigeordneten (für ihre Geschäftsbereiche), KiTa und Bauhof. Diese werden im sogenannten „Ältestenrat“, in dem diese Amts- und Funktionsträger plus Fraktionsvorsitzende zusammenkommen, Mitte Oktober diskutiert, angepasst bzw. bestätigt. Danach wird der hierauf erstellte Haushaltsentwurf Ende Oktober im Hauptausschuss der Stadt Bacharach besprochen, kritisch hinterfragt und wieder entsprechend angepasst. Anfang Dezember ist der Planentwurf dann soweit fortgeschritten, dass er vom Stadtrat betrachtet und hinterfragt werden kann. Unter der Annahme, dass die Ratsmitglieder dem Entwurf zustimmen, kann er nach dieser Entscheidung fertiggestellt und zur Beurteilung an die Kommunalaufsicht in Ingelheim gesendet werden.

Aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre können wir sicherlich eine Rückmeldung mit Fragen und Korrekturbitten erwarten und im Anschluss mit einer überarbeiteten Fassung im Januar/Februar und der Perspektive eines genehmigten Haushalts rechnen. Die tatsächliche Erstellung und Betreuung des gesamten Zahlenwerks über diesen Zeitraum liegt in der Verantwortung des Finanzbereiches der VG Rhein-Nahe. Es bedarf einer Reihe von persönlichen Treffen, vielen Telefonaten und noch mehr E-Mails zwischen Stadt und Verwaltung, um diesen Plan zu entwickeln - welcher sich letztes Jahr über 99 Seiten, vollgepackt mit Informationen und Zahlen, erstreckte.


Ist dieser Aufwand denn letztendlich sinnvoll, werden sich viele fragen, wo die finanziellen Mittel doch ohnehin so begrenzt sind? Meine Antwort: Ja, mit Anmerkungen! Ein Haushalt ist auf kommunaler wie auf nationaler Ebene, in der Verwaltung wie in einem Unternehmen, das Steuerungsinstrument, welches die Ziele, Pläne, Maßnahmen und Bedürfnisse einer Organisation in Geld abbildet und - wenn genehmigt - dieses Geld zur Verfügung stellt. Einfach ausgedrückt: Es enthält für alles, was wir tun wollen, einen Preis - für Leistungen, die wir „einkaufen“ und für solche die wir „verkaufen“ - und erlaubt uns, zu diesen Preisen unsere Pläne umzusetzen. Also ja, der Aufwand ist sinnvoll, denn ohne Haushalt gibt es keine Handlungsmöglichkeit - die „Anmerkungen“ beziehen sich auf den Detailgrad und die Starrheit der Arbeitsprozesse, denn eine Vereinfachung und Flexibilisierung würde uns allen helfen. Ich wünsche allen einen schönen Sonntag! Dieter Kemmer


PS: Zu meinem Beitrag vor einer Woche habe ich viele positive Rückmeldungen erhalten, dafür recht herzlichen Dank - aber auch kritische Rückmeldungen sind weiterhin willkommen!


Historisches Niedrigwasser, der Pegel Kaub an diesem Wochenende bei 0 cm - dies und seine Folgen, ein Thema unserer nächsten Ratssitzung im Oktober. Foto: Privat
Historisches Niedrigwasser, der Pegel Kaub an diesem Wochenende bei 0 cm - dies und seine Folgen, ein Thema unserer nächsten Ratssitzung im Oktober. Foto: Privat

 
 

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