11.10.2026
Guten Morgen,
in der Ratssitzung am Donnerstag lag der Schwerpunkt der Diskussion auf dem Bundesprojekt Abladeoptimierung am Mittelrhein - in anderen Worten: Einem Plan zur Vertiefung der Fahrrinne des Rheins an verschiedenen kritischen Stellen durch eine Kombination baulicher Maßnahmen. Der Teilabschnitt 2, „Lorcher Werth“ und „Bacharacher Werth“, befindet sich in der Phase des sogenannten Planfeststellungsverfahrens und kann nach dessen Abschluss in die Bauphase übergehen.
Bereits in der vorgelagerten Projektphase vor einigen Jahren hat die Stadt Bacharach, wie auch eine Reihe von anderen Kommunen und Interessenverbänden, ihre Fragen und Bedenken zu diesem Projekt geäußert. Aufgrund der in diesem Jahr uns allen sehr deutlich gewordenen Problematik des Niedrigwassers ist dieses Projekt nun in das Zentrum des Interesses von allen Seiten gerückt: die Politik auf Bundes- und Landesebene möchte seine Durchführung als hohe Priorität vorantreiben während andererseits kritische Stimmen weiter zunehmen.
Letztere befürchten einen massiven Eingriff in das Ökosystem und die Umgebung Bacharachs, mit einer erheblichen Verlandung (also ausgetrockneten oder verschlammten ufernahen Bereichen). Die möglichen Folgen: Reduzierung oder Einstellung des Ausflugsschiffsverkehrs, der Wassersportaktivitäten, der Campingplatznutzung - einhergehend mit Geruchsbelästigung, neuen Erregern, Risiken bei Hochwasser und einer sehr unattraktiven Optik - verstärkt durch das sichtbare Bauwerk, mit Einfluss auf die Stadt und Landschaft, Lebensqualität und Tourismus. Darüber hinaus wird die Wirksamkeit der Maßnahmen (insbesondere die Einbringung von sogenannten Leitwerken) in Frage gestellt und die Betrachtung von Alternativen gefordert.
Es ist einerseits offensichtlich, dass das Projekt bereits in einem fortgeschrittenen Stadium mit Priorität betrieben wird und dass die Stadt Bacharach als isolierter Akteur hier sicherlich keinen entscheidenden Einfluss ausüben kann. Die bereits beschriebenen Risiken des Projektes sind andererseits jedoch so erheblich, dass wir nicht passiv die weiteren Entwicklungen verfolgen möchten, sondern uns mit anderen Interessengruppen, wo auch immer möglich, zusammenschließen sollten, um Druck auszuüben, damit Fragen und Zweifel adressiert werden. Der Rat hat somit beschlossen, eine Arbeitsgruppe zu gründen, welche sich hiermit beschäftigt und dies vorantreibt - und lädt hierzu auch Bürger:innen und Interessierte ein, sich zu beteiligen.
Vom Wasser auf die Schiene: Am Freitag wurde bekannt, dass die sogenannte Korridorsanierung zwischen Mainz und Koblenz, also Bacharach betreffend, nicht wie geplant im ersten Halbjahr 2028, sondern erst nach 2031 stattfinden soll. Stattdessen sind bis zu diesem Zeitpunkt nötige Reparaturen mit einer ca. dreimonatigen Sperrung geplant. Ein herber Rückschlag mit Blick auf die erhofften Verbesserungen zu Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, Komfort und Lärmschutz dieser wichtigen Bahnverbindung!
Und auch die BUGA 2029 stellt dies vor besondere Herausforderungen, wenn mit großen Besucherströmen in genau dieser Region gerechnet wird. Auch hier werden wir sicherlich individuell wenig ausrichten können, sollten aber entsprechende künftige Initiativen in unserem Sinne unterstützen.
Und zu guter Letzt von der Schiene auf die Straße: Wir enden mit einer guten Nachricht, denn die Sanierung des ersten Teilabschnitts der B9 geht in großen Schritten voran. Diese Woche wurde bereits ein erster Bereich asphaltiert und die Nutzung dieser neuen Straßenhälfte im Bereich des Diebesturms ist voraussichtlich schon Ende des Monats möglich. Darüber hinaus erreichen uns immer wieder positive Rückmeldungen zur Gestaltung der neuen B9, die jetzt erkennbar wird, welche wir dankend zur Kenntnis nehmen!
Ich wünsche allen einen schönen Sonntag!
Dieter Kemmer
